Äthiopien im Kaffeemarkt
Äthiopien gilt als Wiege des Kaffees und nimmt im globalen Kaffeemarkt eine besondere Stellung ein. Das Land ist einer der größten Arabica-Produzenten weltweit und bekannt für seine enorme genetische Vielfalt an Kaffeevarietäten. Kaffee ist nicht nur ein zentrales Exportgut, sondern tief in der Kultur und im Alltag verankert. Ein Großteil der Produktion stammt von Kleinfarmern, die ihre Kaffees traditionell und oft naturnah anbauen.
Anbau und Ernte
Der Kaffeeanbau erfolgt überwiegend in Höhenlagen zwischen 1.400 und 2.200 Metern. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen unter anderem in Sidamo, Yirgacheffe, Guji und Harrar. Die meisten Farmen sind sehr klein strukturiert und werden familiengeführt.
Die Erntezeit variiert je nach Region, liegt jedoch meist zwischen Oktober und Januar. Geerntet wird fast ausschließlich von Hand, da die Pflanzen häufig wild oder halbwild wachsen und die Topografie maschinelle Ernte unmöglich macht. Die selektive Handlese trägt maßgeblich zur hohen Qualität äthiopischer Kaffees bei.
Verarbeitung und Aufbereitung
In Äthiopien sind vor allem zwei Aufbereitungsarten verbreitet:
- Washed: Klar, floral und strukturiert
- Natural: Fruchtig, intensiv und komplex
Viele Kleinfarmer liefern ihre Kaffeekirschen an zentrale Washing Stations, wo sie gemeinsam verarbeitet werden. Die Trocknung erfolgt traditionell auf Hochbetten (African Beds), was eine gleichmäßige Trocknung und saubere Aromatik begünstigt.