Costa Rica im Kaffeemarkt
Costa Rica zählt zu den renommiertesten Herkunftsländern für Specialty Coffee. Obwohl das Land vergleichsweise klein ist, genießt Kaffee aus Costa Rica international einen exzellenten Ruf. Der Fokus liegt klar auf Qualität statt Quantität. Bereits seit vielen Jahren ist der Anbau von Robusta gesetzlich untersagt – angebaut wird ausschließlich 100 % Arabica. Strenge Qualitätsstandards, moderne Aufbereitungsmethoden und ein hohes Maß an Transparenz prägen den Kaffeesektor des Landes.
Anbau und Ernte
Der Kaffeeanbau konzentriert sich auf mehrere klar definierte Regionen wie Tarrazú, Central Valley oder West Valley. Die Plantagen liegen meist auf Höhen zwischen 1.200 und 1.800 Metern, was langsames Reifen der Kaffeekirschen und eine hohe aromatische Dichte begünstigt.
Die Erntezeit beginnt in der Regel im November und dauert bis März. Geerntet wird überwiegend von Hand, da die steilen Hänge und kleinstrukturierten Farmen den Einsatz von Maschinen kaum zulassen. Die selektive Handlese ermöglicht es, ausschließlich reife Kirschen zu pflücken – eine wichtige Grundlage für gleichbleibend hohe Qualität.
Verarbeitung und Aufbereitung
Costa Rica gilt als Vorreiter bei innovativen Verarbeitungsmethoden. Besonders verbreitet sind:
- Washed (Fully Washed): Klar, sauber und strukturiert im Geschmack
- Honey Processing: Teil des Fruchtfleisches bleibt an der Bohne, was für mehr Süße und Körper sorgt
- Natural (seltener): Fruchtbetont und intensiv
Die Trocknung erfolgt häufig auf Hochbetten (African Beds) oder betonierten Flächen. Viele Mühlen arbeiten heute mikrochargenbasiert, was eine präzise Kontrolle jedes einzelnen Lots ermöglicht.